Offener Brief an alle Fraktionen und den damaligen Oberbürgermeister Joachim Erwin
Offener Brief vom 17.08.2004
An die Fraktionen im Düsseldorfer Stadtrat
Beschwerde: Umbau Ludenberger Straße
Sehr geehrter Herr Erwin,
meine Familie und ich sind Anwohner der Ludenberger Straße. Da ich mich von allen Verantwortlichen für diese Straße allein gelassen fühle, wende ich mich an Sie.
Zur Zeit werden ab Bergische Landstraße die Straßenbahnschienen erneuert und die Straße bekommt Flüsterasphalt.
Zu unserem Entsetzen wird ab Pöhlenweg stadteinwärts zum zweiten mal wieder nichts an der Straße getan, obwohl wir doch doppelt durch Verkehr belastet sind: Richtung Pöhlenweg sowie stadtauswärts Richtung Gerresheim. Gerade dieser Abschnitt in Höhe der Häuser 22 bis 36 befindet sich in einem katastrophalen Zustand.
Ein Blick auf die Fahrbahn und die Schienen genügt, und selbst Laien sehen, dass dringend Sanierungsbedarf besteht: Löcher im Asphalt, Risse rund um die Schienen der Rheinbahn.
Die Folgen für uns Anwohner ist die ständige Erschütterung unserer Häuser und der Lärm, der von Woche zu Woche größer wird. An eine geregelte Nachtruhe ist überhaupt nicht zu denken, da alleine drei Straßenbahnlinien beidseitig unsere Straße befahren und das auch in der Nacht bei hohem Tempo! Zudem ist die Ludenberger Straße, da sie stadteinwärts abschüssig ist und geradeaus führt, für Autos aber - so unser Eindruck - auch für Straßenbahnen zur Rennstrecke geworden. Ein Beweis sind die vielen Unfälle, die letzten noch am 8. und 12. Juli 2004.
Sogar eine Mitarbeiterin der Verkehrszählung, die am 7. Juli 2004 stattfand, fragte, wie wir das überhaupt aushalten würde.
Ich versuche, meine Nachbarn zu mobilisieren, sich gegen diesen unerträglichen Zustand zu wehren. Fast alle sind bereit, meinen Protest zu unterschreiben. Besonders betroffen macht mich, dass viele Nachbarn mutlos und enttäuscht sind. Einige leben teilweise seit 40 Jahren in dieser Straße und mussten erleben, dass diese trotz der ganzen Versprechungen der Verantwortlichen immer schlimmer und unerträglicher wurde. Viele sagten mir, dass die Straße sie krank macht.
Trotzdem bemühen wir uns, unsere Straße nicht verkommen zu lassen. Wir renovieren und pflegen unsere Häuser, wir bepflanzen "Dreckecken" mit Blumen und bemühen uns, die Straße sauber zu halten.
Wir erwarten nichts Unmögliches. Uns wäre schon geholfen, wenn auch unser Teil der Straße saniert würde und endlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung stadteinwärts (etwa in Höhe der Fußgängerampel, Hausnummer 32) gemacht wird. Was aber nur Sinn ergebe, wenn auch ein Starenkasten installiert wird - das käme schließlich auch der Stadtkasse zugute.
Diese nicht allzu großen Maßnahmen würden diese Straße etwas lebenswerter machen und für uns Anwohner eine Motivation zu sein, zu bleiben.
Ich habe auch eine Internetseite in Auftrag gegeben, um den Anwohnern der Ludenberger Straße ein Forum zu geben, sich zu organisieren (www.ludenberger-strasse.de).
Über eine Antwort von Seiten der Ratsfraktionen würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Steinsträter
Ludenberger Straße
40629 Düsseldorf
Antwort der SPD, Prof. Rudi Voller, vom 18. August 2004
Antwort der SPD, Prof. Rudi Voller, vom 18. August 2004:
Sehr geehrte Frau Steinsträter,
auch wenn ich zur Zeit noch nicht der Ratsfraktion der SPD angehöre, so bin ich doch über Ihr Schreiben unterrichtet worden und darf Ihnen dazu folgendes mitteilen:
Ihr Anliegen ist sehr berechtigt und wird von mir voll unterstützt. Auch die SPD im Stadtbezirk 7 und der Ortsverein Grafenberg setzen sich in ihren Programmen zur Kommunalwahl für eine Sanierung der kompletten Ludenberger Straße ein. Leider haben wir weder in der Bezirksvertretung noch im Stadtrat gegenwärtig eine Mehrheit, ich versichere Ihnen aber, das wir auf beiden Ebenen unser Möglichstes tun werden, um dies zu erreichen. Es hilft nichts, auf in weiter Ferne liegende Tunnellösungen für die B7 zu verweisen, den Anwohnern hätte schon lange, z.B. während der Sperrung der Straße für Gleisbauarbeiten zur Verlängerung von 709 und 713 nach Gerresheim, geholfen werden können. Leider hat der Oberbürgermeister sich als unfähiger Planungsdezernent erwiesen und eine ebenso unqualifizierte Frau zur Leiterin es Amtes für Verkehrsmanagement gemacht. Da erhoffe ich mir auch in Zukunft nicht allzu viel. Hoffentlich sieht es nach der Kommunalwahl anders aus.
Die Ludenberger Straße muss wieder Lebensqualität für die Anwohner bieten und an Attraktivität auch für Geschäftsleute gewinnen. Hoffentlich können wir von der SPD mit Vorschlägen auch für eine Neugestaltung des Staufenplatzes dazu beitragen.
Ich wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Einsatz und werde Sie – wie gesagt – soweit wie möglich unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Rudolf Voller
Brief des Ratsherren Hans-Otto Christiansen vom 19. August 2004
Brief des Ratsherren Hans-Otto Christiansen an den Ordnungs- und Verkehrsdezernenten Werner Leonhardt vom 19. August 2004
Betreff: Masterplan Instandsetzung von Straßen
Sehr geehrter Herr Leonhardt,
ich habe soeben den Dringlichkeitsbeschluss über die Instandsetzung mehrere Straßen und die Mittelbereitstellung von 700 000 Euro unterzeichnet. Mir liegt ein Schreiben einer Anwohnerin aus der Ludenberger Straße vor, die sich darüber beschwert, dass zur zeit nur in dem Abschnitt ab Pöhlenweg Richtung stadtauswärts im zusammenhang mit der Erneuerung der Straßenbahngleisen eine Instandsetzung der Straße erfolgt, nicht aber im Bereich ab Pöhlenweg stadteinwärts. Auch dort gäbe es dringenden Sanierungsbedarf für die Ludenberger Straße. Den entsprechenden Brief an die ratsfraktionen füge ich diesem Schreiben bei.
Die SPD-Ratsfraktion unterstützt das Anliegen und bitet Sie auch diesen Abschnitt mit in die Prioritätenliste aufzunehmen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir kurzfristig mitteilen würden, wann mit der Instandsetzung der Ludenberger Straße in diesem Bereich zu rechnen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Otto Christiansen
Antwort der FDP vom 26. August 2004, Sönke Willms-Heyng
Antwort der FDP vom 26. August 2004, Sönke Willms-Heyng, Kandidat für die Bezirksvertretung 7
Liebe Frau Steinsträter,
hier, wie gewünscht die Daten.
Heute habe ich mit Herrn Sander vom städtischen Verkehrsmanagement gesprochen. Er sagte mir, dass die Stadt in den Sommerferien 2005 geräuschärmeren Asphalt in der Ludenberger Straße einbauen wird. Die Rheinbahn müsse allerdings ihre Gleisreparaturen durchfühen, damit Abhilfe geschaffen würde, denn die Schwingungen durch die großen Bahnen sei das Hauptproblem.
Ich werde Anfang September Herrn Lüdeking von der Rheinbahn anrufen, um den Sachstand abzufragen. Danach können wir uns mal zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Mit herzlichen Grüßen
Sönke Willms-Heyng
Ratsherr Ludger Beitelsmann von der CDU-Ratsfraktion
Sehr geehrte Frau Steinsträter,
wir danken Ihnen für Ihren Hinweis, daß im Zuge der endlich realisierten Sanierungsmaßnahmen der Ludenberger Straße im Rahmen von Gleiserneuerungen auch im Streckenabschnitt ab Pöhlenweg stadteinwärts straßenverbessernde Maßnahmen bis hin zum Staufenplatz realisiert werden sollten.
Ratsherr Ludger Beitelsmann von der CDU-Ratsfraktion hat wegen Ihres Anliegens mit Herrn Oberbürgermeister Erwin Kontakt aufgenommen, um Möglichkeiten zur Abhilfe auszuloten und hat ihm - nicht zuletzt aus eigener Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten - dringend Verbesserungsmaßnahmen empfohlen.
Welche konkreten Verbesserungsmaßnahmen dort realisiert werden sollten, wird zur Zeit geprüft.
Wir werden Sie über das Ergebnis baldmöglich unterrichten.
Mit freundlichen Güßen
i. A.
Georg Pigulla
Brief an Oberbürgermeister Joachim Erwin
Brief an OB Erwin:
Sehr geehrter Herr Erwin,
in meinem offenen Brief an Sie vom 15. August 2004 habe ich Ihnen die unerträglichen Zustände geschildert, mit denen wir Anwohner an der Ludenberger Straße leben müssen. Da ging es mir noch um den Abschnitt von Pöhlenweg stadteinwärts, doch es hat sich gezeigt, dass die Probleme die gesamte Straße betreffen. In der Zwischenzeit ist nämlich viel passiert. Mein Mann und ich haben in der Nachbarschaft Unterschriften gesammelt. Binnen kürzester Zeit kamen von 300 verteilten Unterschrift-Zetteln knapp 130 zurück – vom ersten bis zum letzten Haus. Viele leiden massiv unter dem starken Verkehr. Sehr persönliche Meinungen und Einblicke über das Leben an dieser Straße können Sie auf der Internet-Seite www.ludenberger-strasse.de nachlesen.
Sie, Herr Erwin wurden mittlerweile als Oberbürgermeister im Amt bestätigt. Dazu möchte ich Ihnen gratulieren, doch wir Anwohner der Ludenberger Straße möchten Sie auch an Ihr Wahlversprechen von 1999 erinnern, sich für eine Verbesserung dieser Straße einzusetzen.
Passiert ist bislang nämlich leider nichts. Im Gegenteil: Die Belastung durch Straßenbahnen, Lkw und Autos wurde immer stärker. Der Grund: Ganze Stadtteile sind an der Bergischen Landstraße entstanden, auch in Hubbelrath sind neue Häuser gebaut worden, und Anfang 2005 werden am Quellbusch 600 Wohnungen und 300 Einfamilienhäuser entstehen. Soweit so gut – nur irgendwie müssen diese Menschen auch in die Innenstadt oder zu Ihrem Arbeitsplatz kommen. Ein Verkehrskonzept fehlt. Stattdessen rollen immer mehr Autos, Lkw, Busse und zusätzliche Bahnlinien über die Ludenberger Straße. Ein Mitarbeiter der Rheinbahn sagte mir am
28. September 2004, er würde keine Straße in Düsseldorf kennen, die von öffentlichen Verkehrsmitteln so frequentiert wird.
Sehr geehrter Herr Erwin, Ihr Parteikollege Herr Bremer wird Ihnen in unserem Namen die bis jetzt eingegangen Unterschriften, zusätzlich mit einigen Briefen überreichen.
Die Tunnellösung, die Sie und alle anderen Parteien anstreben, würde endlich aus Grafenberg und Ludenberg wieder attraktive und lebenswerte Stadtteile machen, in denen Menschen gerne leben und arbeiten. Aber für uns Anwohner ist es vorrangig, dass jetzt endlich etwas geschieht, nämlich die Gleise und den Straßenbelag durchgehend zu erneuern und auf jeden Fall die Geschwindigkeitsbegrenzung, die 40 KmH beträgt, mit einer dauerhaften Kontrolle einzuführen. Aber auch bei zukünftigen Entscheidungen zu bedenken, ob wieder zusätzliche Belästigungen auf diese Straße zukommen.
Über den Erfolg der Unterschriften-Aktion werde ich die Presse sowie die Ratsfraktionen informieren. Zudem freuen wir Anwohner uns natürlich über eine Antwort Ihrerseits, die ich mit Ihrem Einverständnis ebenfalls gerne auf die Internetseite stellen lassen würde.
Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.
Ihre
Ingrid Steinsträter
Antwort von Oberbürgermeister Joachim Erwin
Antwort von Oberbürgermeister Joachim Erwin
Sehr geehrte Frau Steinsträter,
für Ihr Schreiben und die Glückwünsche zur Wiederwahl zum Oberbürgermeister unserer Stadt danke ich Ihnen.
Ihr Engagement zur Verbesserung der Fahrbahnoberfläche der Ludenberger Straße galt zunächst dem &Mac226;Abschnitt zwischen Staufenplatz und Pöhlenweg. Inzwischen vertreten Sie die Interessen vieler Anwohner im vergrößerten Abschnitt vom Staufenplatz bis zum Hirschburgweg.
Im zurückliegenden Sommer hat die Rheinische Bahngesellschaft AG bereits in einem erheblichen Streckenabschnitt im Rahmen von Gleisauswechslungen auch die Fahrbahnoberfläche erneuert.
Die jetzt noch verbliebenen, mit Pflaster ausgefüllten, Gleisabschnitte sind nach Feststellung der Rheinbahn noch nicht erneuerungsbedürftig. Erst wenn in diesen Abschnitt eine Schienenauswechslung ansteht, wird auch der Zwischenraum asphaltiert.
Unabhängig von den Maßnahmen im Gleisbereich wird das Amt für Verkehrsmanagement den nördlichen Fahrstreifen der Ludenberger Straße zwischen Pöhlenweg und Hirschburgweg im Sommer 2005 mit einer neuen Asphaltdecke versehen.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40km/h wird regelmäßig durch einen Messwagen des Ordnungsamtes überwacht.
Abschließend wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie Ihre Nachbarn vom Inhalt meines Schreibens entsprechend unterrichten würden.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim Erwin
Kommentar: Ist das an Ignoranz noch zu überbieten??