Feinstaub - Russpartikel - PM10 - Schwebstaub

Da im Internet sehr viele fundierte Informationen zu dem Thema Feinstaub und den Gesundheitsschäden gibt, verweisen wir hier auf einige Seiten, wo SIe genauere Informationen erhalten:

Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:

"Feinstaub
Die Definition des Feinstaubs geht zurück auf den im Jahre 1987 eigeführten National Air Quality Standard for Particulate Matter (kurz als PM-Standard bezeichnet) der US-amerikanischen Umwelschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency). Dieser stellt eine grundlegende Veränderung in der Bewertung von Immissionen dar: Während zuvor die Gesamtimmission betrachtet wurde, liegt der Fokus nun auf dem einatembaren Anteil der Immissionen. Damit wird der Umstand Rechnung getragen, daß feine Partikel von den Schleimhäuten im Nasen/Rachenraum bzw. den Härchen im Nasenbereich nur bedingt zurückgehalten werden, während gröbere Partikel keine Belastung der Atemwege darstellen (daher wird im Zusammenhang mit Feinstaub auch von inhalierbarem Feinstaub bzw. als thorakalem Schwebstaub gesprochen)." Und hier geht es direkt zum Artikel (auf den Text klicken)

Und das möchte ich Ihnen auch gerne zur Lektüre empfehlen: Eine Stellungnahme des Sachverständigenrates für Umweltfragen, der im Auftrag des Bundesumweltministers arbeitet und diesen Bericht im Juni 2005 veröffentlicht hat.. Feinstaub durch Straßenverkehr – Bundespolitischer Handlungsbedarf.  Das Original als .pdf zum Download erhalten Sie hier.  Sie können im Folgenden eine Zusammenfassung lesen:

Zitat: ...Einleitung:      (Hervorhebungen von mir!) Smiley
Feinstaub als Herausforderung der Verkehrsumweltpolitik
1. Bereits vor elf Jahren hat der SRU das von der Feinstaubbelastung der Atemluft ausgehende hohe Gesundheitsrisiko dargelegt und nachdrücklich betont, dass dringend wirksame Maßnahmen zur Minderung der Staubkonzentrationen, insbesondere hinsichtlich der als kanzerogen eingestuften Dieselrußpartikel getroffen werden sollten (SRU, 1994, Tz. 677; 2000, Tz. 786, 808, 1016; insb. 2002, Tz. 541 ff.). Schon bei der Festlegung des Tagesmittelgrenzwertes von 50 µg/m³ und des Jahresmittelwertes von 40 µg/m³ für Feinstaub (PM10 = Partikelfraktion mit einem aerodynamischen Durchmesser
von < 10 µm) in der 1. Tochterrichtlinie zur Luftqualität aus dem Jahr 1999 war offenkundig, dass bis zur vollen Geltung dieser Grenzwerte am 1. Januar 2005 gerade mit Blick auf die städtischen Ballungsräume vor allem die Partikelemissionen des Verkehrs auf besonders belasteten Straßenzügen deutlich reduziert werden müssen. Von den meisten der verantwortlichen Akteure sind jedoch nicht rechtzeitig hinreichende Maßnahmen vorbereitet oder ergriffen worden, um die Feinstaubbelastungen so zu verringern, dass die europäischen Grenzwerte eingehalten werden können. Ebenso wenig ist die deutsche Automobilindustrie ihrer besonderen Verantwortung für die Reinhaltung der Luft gerecht geworden. Zu lange hat sie sich einer serienmäßigen Einführung der Dieselrußfiltertechnik verweigert. Die jetzigen Bemühungen um die zeitnahe Einführung des Dieselrußfilters wie auch die eilig betriebene Luftreinhalte- und Aktionsplanung der Länder, Kreise und Gemeinden kommen um Jahre zu spät.
2. Nachdem die EU-Grenzwerte seit dem 1. Januar dieses Jahres in vollem Umfang rechtliche Verbindlichkeit erlangt haben, gleichwohl aber vielerorts überschritten werden, sind alle verantwortlichen Akteure – wesentlich auch durch die pressewirksamen
Bürgerklagen und Kampagnen des Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BUND) und der Deutschen Umwelthilfe
– unter öffentlichen Handlungsdruck geraten.
Politik und Verwaltung müssen sich nunmehr bemühen, kurzfristig wirksame Maßnamen zur Verbesserung der Belastungssituation zu ergreifen und zwar insbesondere gegenüber dem Verkehrssektor. Durchfahrtsverbote und die Schließung von Straßen oder ganzer Stadtgebiete für Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter werden diskutiert.
Nachdem die langfristige Minderungsstrategie des Gemeinschaftsrechts nicht umgesetzt wurde, besteht nunmehr offensichtlich die Gefahr, dass an die Stelle der ursprünglich intendierten planvollen Einwirkung auf das Verkehrsgeschehen und die Abgasreinigungstechnik ein unangemessener Aktionismus tritt und dabei die erforderlichen strukturellen, langfristigen Maßnahmen wiederum nicht eingeleitet werden...

...Aus der Sicht des Gesundheitsschutzes ist die Tatsache, dass derzeit europaweit sowohl der Tagesmittelwert von 50 µg/m3 mehr als die zulässigen 35 Mal wie auch der PM10-Jahresmittelwert von 40 µg/m3 überschritten werden, sehr bedenklich....

...Die Höhe der Feinstaubbelastung wird von den einzelnen Quellen am Standort bestimmt. Trotzdem lässt sich in Bezug auf diese Belastung eine generelle Tendenz beschreiben. Überschreitungen des PM10-Jahresmittel- und Tagesmittelwertes werden vor allem an Stationen beobachtet, die durch ein hohes Verkehrsaufkommen geprägt sind. So wird in den Großstädten die lokale Belastung mit Feinstäuben im erheblichen Maße vom Straßenverkehr verursacht...

... Der Straßenverkehr trägt durch Partikelemissionen aus Motoren, durch Sekundäraerosole, Reifenabrieb und Aufwirbelung zu etwa 45 bis 65 % der in Verkehrsnähe auftretenden PM10-Spitzenbelastungen bei. Außerdem sind gerade im verkehrsnahen Bereich die Anteile der besonders gesundheitsrelevanten Bestandteile des Feinstaubs nämlich Rußpartikel und schwerlösliche organische Verbindungen deutlich höher als an den Hintergrundstationen...

... LKW können trotz ihres geringen Anteils am innerstädtischen Verkehr über die Hälfte der Partikelbelastung des Straßenverkehrs verursachen...

... Von den verantwortlichen Behörden wird immer wieder darauf hingewiesen, dass sich ihre Möglichkeiten, die Partikelbelastung zu mindern, auf den sehr geringen lokalen – meist verkehrsbedingten – Anteil beschränken. Aus diesem Grund sei mit Maßnahmen im
Verkehrsbereich nur eine minimale Entlastung erzielbar, die bei weitem nicht ausreicht, um die Grenzwerte in Zukunft einhalten zu können. Dabei darf allerdings folgendes nicht übersehen werden:
Die meisten Grenzwertüberschreitungen treten im verkehrsnahen Bereich auf. Das heißt das Maß der Überschreitungen wird sehr deutlich von der Belastung durch den Straßenverkehr verursacht.
– Eine Reduzierung der lokalen Belastung trägt auch zu einer Minderung der Hintergrundbelastung bei, an der der Straßenverkehr immerhin einen Anteil von etwa 32 % hat. Für den Schutz der Gesundheit ist es wichtig nicht nur an den so genannten Hot-Spots sondern gleichsam flächendeckend die Feinstaubbelastung zu reduzieren.
Das bedeutet allerdings auch, dass nur eine Minderung der Belastung insgesamt und nicht eine Verlagerung zum Beispiel von einem hoch belasteten Standort auf weniger belastete Gebiete zur langfristigen Problemlösung beiträgt.
Eine Minderung der Partikelbelastung im verkehrsnahen Bereich ist besonders dringlich. ...

...Handlungsmöglichkeiten und Handlungsbedarf
Nahe liegende und im Aufwand durchaus überschaubare Schritte einer weiteren Reduzierung insbesondere der verkehrsbedingten Feinstaubimmissionen sind:
Der Dieselrussfilter: Ein wesentlicher Handlungsansatz zur Minderung der Verkehrsemissionen stellen fortschrittliche Abgasreinigungstechnologien dar. So können mit der heute verfügbaren Technik die Partikelemissionen aus den Dieselmotoren
um über 90 % reduziert werden.

- Selektive Verkehrsbeschränkungen: Eine bundeseinheitliche Regelung, Beschilderung und Fahrzeugkennzeichnung für selektive – auf emissionsintensive Fahrzeuge begrenzte – Verkehrsbeschränkungen können in doppelter Hinsicht erheblich zur
Verbesserung der Belastungssituation beitragen: Zum einen würde es eine solche Regelung den Gemeinden ermöglichen, einfach und für alle Verkehrsteilnehmer erkennbar besonders belastete und sensible Straßenzüge gezielt nur für die schadstoffintensiven Fahrzeuge zu sperren. Zum anderen würden solche selektiven Durchfahrtsbeschränkungen einen erheblichen Anreiz für die Einführung und Nachrüstung von Dieselfiltern setzen.

Integrierte, umweltorientierte Verkehrsplanung: Die Entlastung der Städte von der Gesamtheit der verkehrsbedingten Umweltbelastungen (neben Feinstaub insbesondere auch NOx und Lärm) erfordert in den Ballungsräumen eine umweltorientierte,
integrierte Planung und Lenkung des Verkehrs einschließlich längerfristiger Vermeidungs-, Verlagerungs- und Optimierungskonzepte.

Die in regionaler Verantwortung liegenden Minderungsmaßnahmen sind entsprechend den Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (§§ 45 ff.) bzw. der EU-Luftqualitätsrichtlinien durch die Luftreinhalte- und Aktionspläne quellenübergreifend zu koordinieren. Dieser Planung obliegt es insbesondere, die verschiedenen möglichen Maßnahmen so zu gestalten und abzustimmen, dass sie sich zu einem insgesamt wirksamen, effizienten, aber auch – im Hinblick auf Eingriffs- und Verlagerungswirkungen – vertretbaren Aktionsbündel zusammenfügen. Dabei kommt der kommunalen Verkehrsplanung eine zentrale Bedeutung zu.

Spontane "Scheinlösungen" zur Verringerung von Spitzenkonzentrationen, wie beispielsweise die Straßenbewässerung oder punktuelle Verkehrsbeschränkungen, durch welche die Verkehrsbelastung lediglich auf Parallelstraßen verlagert oder auf die Fläche verteilt wird, stellen dagegen keine akzeptablen Reaktionen auf die hohen Feinstaubkonzentrationen dar. Luftreinhalte-, Aktions- und Verkehrsplanungen müssen also darauf abzielen, die Belastung in erster Linie an den Hot-Spots, aber auch darüber hinaus flächendeckend zu mildern. Dabei müssen die Planungen auch die sonstigen, mit den Feinstaubquellen verbundenen Umweltbelastungen – wie vor allem den Verkehrslärm – mit berücksichtigen..."

Sie sehen, die "Verantwortlichen" wissen Bescheid. Man wundert sich immer wieder, wie viel Papier beschrieben wird, wie viele Erkenntnisse "gewonnen" werden, wie viele Studien die katastrophale Situation belegen.  

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere "Fakten", wie z.B. die Jahesmessberichte Feinstaub PM10 seit 1999 bis 2005. 

 

..."Die aktuellen Messdaten - seit einigen Monaten ohne Feinstaub / PM10 Werte - der städtischen (und damit der politischen Kontrolle unterliegenden)  Messstationen können im Internet unter

http://www.duesseldorf.de/umweltamt/luft/messwerte.shtml>

und die Luftmessdaten des LUA NRW (leider ohne die Messwerte des städtischen Messcontainers Ludenberger Strasse) unter

http://www.lua.nrw.de  abgerufen werden."...

HERZLEIDEN - Feinstaub schon in kleinen Mengen schädlich

Aus: Der Spiegel - Online vom 21.12.2005

"HERZLEIDEN

Feinstaub schon in kleinen Mengen schädlich

Feinstaub kann offenbar schon in geringen Konzentrationen Herzleiden verursachen. In Experimenten fanden Mediziner Hinweise darauf, dass das Risiko selbst dann steigt, wenn derzeit gültige Feinstaub-Grenzwerte eingehalten werden.

In einer Langzeitstudie ließen Wissenschaftler 28 Mäuse mehrere Monate lang regelmäßig verschmutzte Luft einatmen. Die durchschnittliche Menge an so genannten PM-2,5-Staubpartikeln, deren Größe weniger als zweieinhalb Tausendstel Millimeter beträgt, lag unterhalb der in den USA geltenden Grenzwerte.

Dennoch bildeten sich in den Blutgefäßen der Tiere deutlich mehr Ablagerungen als bei Mäusen, die staubfreie Luft einatmen konnten, schreiben die Forscher um Lung Chi Chen von der New York University im Fachblatt "Journal of the American Medical Association" (Bd. 294, S. 3003). Die Ablagerungen führen zu arteriosklerotischen Verengungen der Gefäße, die wesentlich zur Entstehung von Herzerkrankungen beitragen. Bislang war unklar, wie genau solche Krankheiten durch verschmutzte Atemluft ausgelöst werden können.

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Staubpartikeln in der Luft hängt neben ihrer Zusammensetzung auch von ihrer Größe ab, wobei PM-2,5 aufgrund der geringen Teilchengröße als besonders gefährlich gelten. In der EU gelten für Teilchen dieser Größe bislang noch keine Grenzwerte, wohl aber in den USA. Die durchschnittliche Jahresmenge darf dort 15 Tausendstel Gramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten.

Diesen Grenzwert hatten die Forscher bei ihrer Studie an Mäusen eingehalten: An fünf Tagen in der Woche atmeten die Tiere mehrere Stunden lang Luft ein, deren Staubkonzentration typisch für New York, aber noch gesetzlich erlaubt ist. Nach sechs Monaten waren die Arterien der Tiere zu 19 Prozent mit Ablagerungen gefüllt. Bei einer Kontrollgruppe, die nur staubfreie Luft eingeatmet hatte, lag der Wert dagegen bei 13 Prozent.

Deutlicher war der Effekt bei Tieren, die anstelle normalen Futters während der gesamten Studiendauer sehr fettreiche Nahrung bekommen hatten: Deren Arterien waren zu über 41 Prozent verstopft, wenn die Tiere wiederholt Schmutzpartikel eingeatmet hatten, und zu etwa 26 Prozent unter staubfreien Bedingungen.

Die verschmutzte Luft verringerte aber nicht nur den Durchmesser der Blutgefäße, sondern machte zusätzlich deren Wände weniger elastisch, wie Messungen ergaben. Dadurch steigt das Risiko für Bluthochdruck - ein weiterer Faktor, der bei Herzerkrankungen eine Rolle spielt. Auch in diesem Fall war der Effekt besonders bei jenen Tieren ausgeprägt, deren Futter viel Fett enthielt.

Dass offensichtlich auch wiederholte kurze Aufenthalte in mit Feinstaub belasteter Luft das Risiko für Herzerkrankungen steigern können, auch wenn im Durchschnitt die zulässigen Höchstwerte eingehalten werden, sollte nach Ansicht der Forscher bei der Festlegung solcher Grenzwerte berücksichtigt werden."

Straßenverkehr als Herzinfarkt-Auslöser

"Straßenverkehr als Herzinfarkt-Auslöser?
Die Luftsschadstoffbelastung aus dem Straßenverkehr - etwa durch Feinstaub - könne Herzinfarkt auslösen. Diesen Schluss zieht die Münchner Epidemiologin Annette Peters aus ihrer Studie, die sie jetzt an der Uni Salzburg vorgestellt hat.  
Bei der Untersuchung wurden knapp 700 Herzinfarktpatienten aus dem Großraum Augsburg eine Woche nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus befragt, ob sie die letzten vier Tage vor dem Infarkt mit dem Auto, einem öffentlichern Verkehrsmittel oder dem Fahrrad unterwegs waren.

Das Ergebnis: Unmittelbar nach der Benutzung von Verkehrsmitteln war die Herzinfarktrate dreifach erhöht: "Die Effekte von Partikeln können möglicherweise wirklich innerhalb von Stunden auftreten - das belegt diese Studie sehr eindrücklich", sagt Peters."

"Drei Wirkmechanismen vermuten die Forscher: Die feinen Partikel können Entzündungen im Lungengewebe verursachen, dringen aber darüber hinaus auch in die Blutbahn ein. Dort aktivieren sie Blutplättchen, was die Gefahr von Gerinnseln erhöht. Darüber hinaus mutmaßen sie, dass die Staubpartikel das vegetative Nervensystem beeinflussen und so den Puls beschleunigen. Die Auswertung der Daten legt nahe, dass der Feinstaub in der Stadtluft nicht nur langfristige Folgen hat, sondern viel schneller und ausgeprägter wirkt als bisher vermutet.  Die Studie erschien im vergangenen Oktober im angesehenen New England Journal of Medicine und sorgte in den USA für viel Aufsehen. In Deutschland aber hat sie kein großes Echo ausgelöst. Nur den großen Zeitungen war sie eine Notiz wert; nach einer Woche war das Interesse erlahmt."

Annette Peters  leitet  die Arbeitsgruppe Epidemiologie von Luftschadstoffwirkungen – und damit Deutschlands einzige Forschungsgruppe, die sich darauf spezialisiert hat.

Feinstaub - Dieselruss EM Aufnahme



Feinstaub - Umweltgifte

Uns so sieht die Mixtur aus Feinstaub, Russ etc. aus