NO2 - Feinstaub - Erkenntnisse aus Stuttgart
"Die Diskussion
um die Belastung mit Feinstaub hat die Landeshauptstadt schon relativ
frühin diesem Jahr erreicht: Mitte März war der Grenzwert von 50 mg/m³
Luft an der Messstation Neckartor bereits mehr als 35 Mal überschritten
worden. Daraufhin hatten zwei Anwohner das Land verklagt und die
Erstellung eines Aktionsplans zur Luftreinhaltung gefordert. Das
Verwaltungsgericht Stuttgart gab der Klage statt. In der
Urteilsbegründung erkannte es den betroffenen Anwohnern einen Anspruch
auf Rechtsschutz zu. Das Regierungspräsidium kündigte an, in Berufung zu gehen.
Die
gegenwärtige Feinstaub-Debatte fokussiert den Blick allerdings viel zu
stark auf die Partikelproblematik. Dies wurde auf einer Veranstaltung
des KURS (KompetenzzentrumUmweltschutz in der Region Stuttgart) am
6.6.2005 in Stuttgart klar. Der jetzt auch vom Gericht geforderte
Aktionsplan befindet sich bereits seit Mitte 2004 in Arbeit und steht
kurzvor der Fertigstellung. Auslöser für die Erstellung des Aktionsplans war die Überschreitungder NO2-Grenzwerte in 2004
an vielen den Messstationen, an denen jetzt auch die Grenzwerte für
Feinstaub überschritten werden. Damit wird deutlich, dass eine isolierte
Bekämpfung von Feinstaub zu kurz greift – Partikelfilter und
Straßenreinigung ändern nichts an zu hohen NO2-Konzentrationen. Ein
ganzheitlicher Ansatz ist erforderlich. Eine wichtige Ursache sowohl bei Feinstaub, als auch bei NO2 ist der Straßenverkehr,
insbesondere LKW und Busse sind zu 60 % an der NO2-Belastung beteiligt.
Zudem haben durch den billigen PKW-Kraftstoff auch Diesel-PKW in den
letzten Jahren ganz erheblich an Popularität gewonnen. Diese erreichen
jedoch wesentlich schlechtere Abgaswerte als Benziner. Die
„Verdieselung“ der PKW-Flotte verschärft die Problematik also. Es wird
erwartet, dass ein Entwurf des Aktionsplans noch im Juni 2005 durch das
Regierungspräsidium veröffentlicht wird. Maßnahmen werden dabei vor
allem auf die Verringerung des Fahrzeugaufkommens an den besonders
betroffenen Streckenabschnitten abzielen. So wurde beispielsweise
bekannt, dass in einem Modellversuch die Durchgangsstraße von
Pleidelsheim (auch hier waren die Grenzwerte überschritten worden)im
kommenden Winter für LKW ab 3,5 t gesperrt werden soll."