Flüsterasphalt auf der Ludenberger Strasse - August 2010 - Lärmbelastung reduziert

Am Wochenende 14/15 August 2010 wurde im unteren Bereich der Ludenberger Strasse (Haus Nr. 1 bis Ecke Pöhlenweg) der alte Strassenbelag abgetragen und durch sogenannten Flüsterasphalt ersetzt.

Diese Massnahme hat die Lärmbelästigung reduziert!! Es ist endlich einmal ein wirklich spürbarer Fortschritt und daher möchten wir uns hier bei allen Beteiligten bedanken!!

 

Ein erster Schritt ist gemacht, weitere müssen folgen:

- Lärmbelastung mindern: z.B. Umleitung des Schwerverkehrs,

- Geschwindigkeitsreduktion: Strassenbahn (max. 30kmh),
   PKW/LKW-Verkehr (max. 40kmh)

- Feinstaubproblematik: Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte

- Tunnel: Umsetzung der für 2010  bewilligten Machbarkeitsstudie

 

 

Weitergehende Informationen zum Flüsterasphalt finden Sie hier: Flüsterasphalt

 


Experten halten Feinstaub-Grenzwerte für zu hoch

Ärzte Zeitung, 11.09.2006

"Experten halten Feinstaub-Grenzwerte für zu hoch
WHO empfiehlt Halbierung des in Europa geltenden Maximalwerts / Pneumologen kritisieren neuen EU-Vorschlag
In Deutschland werden die bestehenden Grenzwerte für Feinstaub bislang nicht konsequent eingehalten - kein Wunder, denn eine Überschreitung hat bislang nur selten Konsequenzen. Nun stellt die Weltgesundheitsorganisation WHO auch noch fest, daß die geltenden Grenzwerte viel zu hoch sind.

Kälte macht Autoabgase gut sichtbar. Der Straßenverkehr ist eine der Hauptquellen für Feinstaub. 

Die Grenzwerte für Feinstaub müßten zum Teil glatt halbiert werden, um Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung auszuschließen, und dazu müßte die Luftbelastung deutlich verringert werden, zum Beispiel durch Partikelfilter in Dieselfahrzeugen oder durch die Verminderung des Verkehrsaufkommens in dicht besiedelten Gebieten, berichtet Professor Heinz-Erich Wichmann vom Institut für Epidemiologie an der LMU München.

Das Problem der Feinstaubbelastung der Luft ist schon seit längerem bekannt. "Trotzdem hat man mit dem Handeln lange gewartet", sagte Wichmann bei einem Pneumologen-Kongreß in Nürnberg. Besonders in den Städten werden die vorgesehenen Grenzwerte regelmäßig nicht eingehalten: "Es ist fast schon ein Naturgesetz, daß jedes Jahr die Grenzwerte in jeder größeren Stadt überschritten werden", so Wichmann. Was sind das nun für Grenzwerte?

Eine hohe Feinstaub-Belastung scheint das Leben zu verkürzen
Grundsätzlich werden für inhalierbaren Feinstaub, dessen Partikel einen Durchmesser unter 10 µm haben (PM10), und für feinen Feinstaub mit einer Partikelgröße unter 2,5 µm (PM2,5) Konzentrationen angegeben, die nicht überschritten werden sollten. Hierzu präsentierte Wichmann in Nürnberg neue Empfehlungen der WHO, die auf großen amerikanischen Studien basieren, in denen der Einfluß von Feinstaub auf Mortalität und Morbidität untersucht wurde.

In einer dieser Studien war die Gesamtsterberate bezogen auf einen Untersuchungszeitraum von 18 Jahren in den stark mit Feinstaub belasteten Regionen um ein Drittel höher als in wenig belasteten Gebieten. Eine Erhöhung der Feinstaubbelastung um 10 µg/m3 erhöhte nach diesen Daten die Gesamtsterberate um 17 Prozent, die Rate für die kardiovaskulär bedingte Mortalität um 40 Prozent.

    Grenzwert für Tagesbelastung soll wegfallen.
   
Nach den neuen Air Quality Guidelines der WHO sollte der Jahresmittelwert für PM10 demnach 20 µg / m3 nicht überschreiten, der Tagesmittelwert sollte nicht über 50 µg / m3 liegen. Für den PM2,5 werden noch niedrigere Grenzwerte empfohlen: Der Jahresmittelwert sollte nicht über 10 µg / m3 liegen, der Tagesmittelwert nicht über 25 µg / m3 .

Utopische Werte, haben vielleicht die Mitarbeiter der zuständigen EU-Behörde gedacht, so daß die Grenz-werte hierzulande höher liegen. Denn in der EU sollte seit dem 1. Januar 2005 der Jahresmittelwert für PM10 nicht über 40 µg / m3 liegen, für den Tagesmittelwert gilt die Grenze von 50 µg / m3, die an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. "Aber relevant sind die 20 µg / m3, die man eigentlich nicht überschreiten sollte", so der Epidemiologe.

Daß eine hohe Feinstaubbelastung sich schädlich auf die Gesundheit auswirkt, ist inzwischen auch in deutschen Studien belegt worden. Wichmann präsentierte Daten einer Untersuchung, in der 4800 Frauen über zehn Jahre beobachtet worden sind. In dieser Zeit wurde geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und der Mortalität bestand.

Und den gab es tatsächlich: Frauen, die an stark befahrenen Straßen wohnten, starben früher als Frauen in ruhigeren Gebieten - und zwar vermehrt an kardiopulmonalen Ursachen. Eine Erhöhung des PM10-Jahresmittelwertes um 10 µg / m3 läßt demnach die Zehnjahrsmortalität um neun Prozent steigen. Und: Bei einer langfristigen Erhöhung der Feinstaub-Konzentration um 7 µg/m³ nimmt die Wahrscheinlichkeit, an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um ein Drittel zu.

Aufgrund solcher Studien halten nicht nur die WHO, sondern auch europäische Pneumologen die bestehenden Grenzwerte für zu hoch. Auf dem Kongreß der European Respiratory Society (ERS) in München, der soeben zu Ende ging, begrüßten sie zwar den EU-Vorschlag, daß der Jahresmittelwert für PM10 künftig nur noch bei 30 statt 40 µg / m3 liegen sollte.

Dafür soll nach dem EU-Vorschlag aber der Grenzwert für die Tagesbelastung komplett wegfallen. Die ERS bezeichnet dies als Rückschritt. Durch diesen Vorschlag würde die Gesundheitsbelastung der Bevölkerung deutlich erhöht, es sei dann mit mehreren tausend frühzeitigen Todesfällen in der EU zur rechnen, so der Epidemiologe Professor Bert Brunekreef aus Utrecht in den Niederlanden.

Immerhin: Die EU plant erstmals einen Grenzwert für den PM2,5. Der maximal zulässige Jahresmittelwert soll demnach bei 25 µg / m3 liegen. Der Wert läge damit aber deutlich über dem in den USA geltenden PM2,5-Wert von 15 µg / m3. Mit der Einführung des Grenzwerts von 25 µg / m3 ließen sich pro Jahr in der EU 4500 Leben retten, mit dem niedrigeren US-Grenzwert dagegen 13 300, rechnet die ERS anhand der bekannten Studiendaten vor.

Rußfilter in Dieselfahrzeugen könnten Krebsrate senken
Doch wie lassen sich solche Grenzwerte überhaupt erreichen? Wichmann nannte als wichtigste Maßnahme die Ausstattung der Autos mit Dieselruß-Partikelfiltern. Denn auch wenn nur die Hälfte des Feinstaubs durch den Straßenverkehr verursacht wird, stehen die Verbrennungsprodukte aus Dieselmotoren ganz oben in der Liste der gefährlichen Komponenten.

Wichmann rechnete vor, daß in Deutschland um ein bis zwei Prozent weniger Menschen an Krebs und kardiopulmonalen Ursachen sterben würden, wenn von heute auf morgen alle Dieselfahrzeuge einen Partikelfilter hätten. Als weitere Maßnahme nannte er die Verminderung des Verkehrsaufkommens in dicht besiedelten Gebieten sowie Luftreinhaltepläne mit Zielvorgaben und nachprüfbaren Schritten.

Keinen Beitrag zur Luftverbesserung leisteten hingegen - wie in Köln geschehen - die Verlegung von Meßstationen aus dicht in wenig befahrene Gebiete."

 

NRW fördert Projekt zum Schutz vor Feinstaub

NRW fördert Projekt zum Schutz vor Feinstaub [05.09.06.]
"Forscher der Universität in Düsseldorf entwickeln zur Zeit ein neuartiges Atemwegspray, dass vor Lungenerkrankungen durch Feinstaub schützen soll. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt mit fast 2 Mio. Euro.
Laut einer aktuellen EU-Studie sterben in Deutschland jedes Jahr rund 65.000 Menschen an den Folgen einer Feinstaubbelastung. Obwohl die Schadstoffbelastung durch Feinstaub in letzter Zeit vermehrt kontrolliert wurde, gehen jüngste Untersuchungen weiterhin von erheblichen Gesundheitsschädigungen aus."

In Düsseldorf leben viele tausende  Kinder und Erwachsene ganz direkt an extrem belasteten Strassen. Dadurch haben die Forscher ausreichend Studienobjekte zur Verfügung. Da eine Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte (Höchstbelastung)  nicht realisiert wird,  können die Forscher der Universität Düsseldorf  noch viele Jahre mit extrem belasteten Menschen arbeiten und so die Atemsprays in Langzeitstudien testen. Derzeit wird darüber beraten, ob und in welchen Mengen das neue Atemwegspray an interessierte Bürger, die in belasteten Regionen leben, ausgegeben wird.

Ziel der Politik ist es, zukünftig allen Bürgern, die in belasteten Regionen leben, die Einnahme dieses Sprays per Gesetz zu verordnen. Die Kosten werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Damit, so hofft man, ist die leidige Diskussion um Feinstaubbelastung grundlegend und ausreichend gelöst und es herrscht endlich wieder "Freie Fahrt für freie Bürger". Was halten Sie von diesem Vorschlag??

FEINSTAUB-STREIT - Tauziehen um Grenzwerte

Der Spiegel - 08. September 2006 FEINSTAUB-STREIT
"Tauziehen um Grenzwerte
Der EU-Umweltkommissar will die Grenzwerte für Feinstaub deutlich reduzieren - doch die Städte schaffen es schon jetzt nicht, die geltenden Vorschriften einzuhalten. Im EU-Parlament wird die Diskussion um die Limits erbittert geführt.

Straßburg - An Argumenten fehlt es EU-Umweltkommissar Stavros Dimas nicht, wenn er für seine Pläne zur drastischen Reduzierung des tödlichen Feinstaubs wirbt. Jährlich sterben in der EU schätzungsweise 300.000 Menschen an Krankheiten, die nachweislich durch die Staubpartikelchen hervorgerufen werden - davon alleine in Deutschland an die 70.000. Hinzu kämen Millionen von Arbeitstagen, die durch die Erkrankungen verloren gingen, macht der Grieche geltend. Er will daher die seit Anfang vergangenen Jahres geltende Regelung - ungeachtet des Protestes vor allem deutscher Gemeinden - nicht nur beibehalten, sondern noch deutlich verschärfen.

Lkw-Verbotsschild in Frankfurt: Rund 70 Städte mussten zeitweise Straßen sperren
Den Plänen zufolge sollen ab dem Jahre 2010 erstmals auch Limits für besonders kleine Staubpartikel (PM 2,5) eingeführt werden. Die bestehenden Grenzwerte für die größeren Partikel (PM 10) will Dimas beibehalten - ebenso wie die Vorschrift, dass diese maximal an 35 Tagen pro Jahr überschritten werden dürfen. Gegen dieses Vorhaben regt sich jedoch heftiger Widerstand im Europaparlament. Vor allem Konservativen und Liberalen, aber auch vielen Sozialdemokraten, geht der Vorstoß entschieden zu weit.

Einführung von Grenzwert für Kleinstpartikel

Die Abgeordneten verweisen darauf, dass zahlreiche Städte bereits die bestehende Regelung nicht einhalten können. In Deutschland etwa mussten nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe im vergangenen Jahr rund 70 Städte, unter ihnen München, Berlin oder Dortmund, Straßen oder ganze Viertel sperren, weil dort die 35-Tage-Grenze erreicht war. "Oft wurde der Schwerverkehr dann durch Wohnviertel umgeleitet", sagt der CDU-Abgeordnete Peter Liese. "Für die Gesundheit der Menschen bringt das gar nichts".

Ähnlich sehen das die meisten anderen Mitglieder des Umweltausschusses. Sie haben sich nach heftigen Kontroversen auf einen Kompromiss geeinigt, der den ehrgeizigen Plänen der Kommission eine Abfuhr erteilt. Demnach sollen zwar, wie von Dimas gefordert, Grenzwerte für die besonders tödlichen Kleinstpartikel eingeführt werden. Die Städte sollen jedoch bis zu zehn Jahre Zeit bekommen, bevor sie diese einhalten müssen. Außerdem sollen sie nach dem Willen des Ausschusses die derzeit geltenden Grenzwerte deutlich häufiger überschreiten dürfen als bisher - an bis zu 55 Tagen pro Jahr.

Über diesen Kompromiss will das Plenum der EU-Volksvertretung, das in der Frage ein Mitentscheidungsrecht hat, am 26. September in erster Lesung abstimmen. Widerstand haben vor allem die Grünen angekündigt. Sollte das so durchgehen, werde den Luftverschmutzern in Europa ein "inakzeptabler Freibrief" ausgestellt, schimpft die deutsche Grüne Hiltrud Breyer. Für die Kommunen wäre der geplante Aufschub eine "Quasi-Einladung für weitere zehn Jahre Nichtstun".

Dem Europaparlament gehe es offenbar mehr darum, "Grenzwerte zu bekämpfen als den Feinstaub", kritisiert auch Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe. Maßnahmen gegen die Kleinstpartikel seien besonders notwendig, da diese über die Lungenbläschen ins Blut gelangten und für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich seien.

Rußfilter als Pflicht

Dies stellen die meisten Europaabgeordnete auch gar nicht in Frage. Trotzdem dürfte der Vorschlag zur Lockerung der Regeln im Plenum eine Mehrheit finden. Denn die Abgeordneten wissen, dass bereits die geltenden Regeln vielerorts nicht eingehalten werden. "Derzeit müssten praktisch alle Mitgliedsländer vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) sein, weil sie die Richtlinie nicht umgesetzt haben", sagt Liese. Notwendig sei daher eine "globale Strategie" zur Eindämmung der schädlichen Partikel.

"Wir müssen dafür sorgen, dass von vornherein weniger Feinstaub in die Luft gepustet wird", meint auch der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote. Mit diesem Ziel verhandelt das Parlament zurzeit über eine Neufassung der Emissionsregeln für Kraftfahrzeuge. Sie sieht Groote zufolge eine drastische Reduzierung der Grenzwerte für Rußpartikel - die vor allem von Dieselmotoren erzeugt werden - auf ein Fünftel des bisherigen Limits vor. Dazu sollen Rußfilter für Motoren verbindlich vorgeschrieben werden - vermutlich ab dem Jahr 2009. Ein entsprechender Vorschlag werde dem Europaparlament im Oktober vorgelegt"

EU-Staaten wollen Richtlinie später einhalten

Der Spiegel - 27. Juni 2006 FEINSTAUB
"EU-Staaten wollen Richtlinie später einhalten
Seit Jahren wird in der Europäischen Union über Maßnahmen gegen das Umweltgift Feinstaub gerungen. Doch die Umsetzung von Richtlinien gestalten sich kompliziert. Jetzt wollen die EU-Staaten sich drei weitere Jahre Zeit geben, um die Grenzwerte einzuhalten.

Luxemburg - Laut einer Einigung der EU-Umweltminister heute in Luxemburg müsste der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft für Partikel mit einem Durchmesser von zehn Mikrometer erst von 2010 an eingehalten werden. Bislang war hierfür das Jahr 2007 anvisiert. Das Europäische Parlament muss der Änderung aber zustimmen. Eine Lockerung der Grenzwerte soll es nach dem Willen der Minister dagegen nicht geben, wie Diplomaten berichteten.

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat unterdessen vorgeschlagen, die Feinstaub-Richtlinie in mehreren Punkten zu entschärfen. Nach der am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen ersten Richtlinie dürfen die Grenzwerte nur an maximal 35 Tagen überschritten werden. Der Ausschuss regte an, diese Frist auf 55 Tage zu erhöhen.

Die EU-Staaten lehnen dies aber mehrheitlich ab, wie Diplomaten berichteten. Die Minister wollten vielmehr einen weiteren Grenzwert für besonders kleine Partikel mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometer einführen. In Luxemburg verständigte sich der Rat hierbei im Grundsatz auf einen Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der von 2015 an gelten soll.

Erwartet wird, dass das Parlament über die neue Richtlinie im September in erster Lesung abstimmt. Danach können die Mitgliedstaaten ihre Position ebenfalls formell beschließen. Vor allem in Deutschland haben viele Städte und Kommunen Schwierigkeiten, die derzeit schon geltenden Grenzwerte einzuhalten."